Am Morgen des 24. Februar 2022 bin ich im Stockholmer Homeoffice undnehme an einem Zoom-Meeting mit Projektkolleg:innen verschiedener europäischer Universitäten teil. Zwei von ihnen befinden sich in Warschau underzählen, dass russische Truppen in die Ukraine einmarschiert sind. Weil ichkeine Nachrichten gehört habe, weiß ich von nichts, und es kommt mir imNachhinein so vor, als hätte ich die Botschaft direkt von der Frontlinie gehört, denn Polen ist nicht weit entfernt von der Ukraine, und die ersten Menschen waren bereits über die polnische Grenze geflüchtet. Obwohl es in denletzten Wochen in den Nachrichten vor allem darum gegangen war, war ichdoch überrumpelt und ungläubig: Gibt es jetzt wirklich Krieg? Wie der russische Angriff auf die Ukraine tatsächlich benannt werden soll, wird dieWelt in den nächsten Wochen beschäftigen.